Der Bergbau in Berthelsdorf ist urkundlich seit dem Jahr 1555 nachweisbar. Es wird jedoch angenommen, dass die bergbaulichen Tätigkeiten bereits wesentlich früher begannen und in engem Zusammenhang mit dem Neustädter Bergbau standen. Im Grenzbereich beider Orte wurden in der Vergangenheit wiederholt Spuren bergmännischer Tätigkeit festgestellt, darunter verschüttete Stollen sowie steinerne und hölzerne Waschrinnen, die auf frühere Aufbereitungs- und Gewinnungsarbeiten hinweisen. Alte Akten des Bergamtes Glashütte berichten zudem, dass sich auf der „Berthelsdorffer Viehbige“ nicht nur zahlreiche edle Gänge, sondern auch viele Überreste alter Schächte und bergbaulicher Gebäude befunden haben. Diese Hinweise unterstreichen die einstige Bedeutung dieses Gebietes für den regionalen Bergbau.

In den Bergamtsakten werden für das Berthelsdorfer Gebiet die folgenden Gruben genannt:
Gemutet war außerdem ein Erbstollen, sowie 10 obere Maße.
Amtliche Berichte liegen leider nur zu zwei Berthelsdorfer Bergbauunternehmungen vor.
Für die Grube „Das Neue Glück“ ist eine Ausbeute von 1 Gewichtsmark und 9 Lot Silber überliefert, was etwa 350 Gramm Silber entspricht. Diese Grube wird im Jahr 1605 in den Akten erwähnt und befand sich auf dem Grundbesitz von Mathes Brethschneider.
Eine zweite überlieferte Nachricht stammt aus dem Jahr 1676. Der Berggeschworene Christoph Brummet aus Glashütte berichtet in einem Schreiben an den Kurfürsten von Sachsen:
„Drittens, wird ein arsemicalisches Ertz oder Bergkart auf einen alten Gebäude, der Silbergrube genand, hinder Bärthelsdorf am Hochwalde gefunden, welches immer Spannes mächtig im Anbruche stehen mag, itziger Zeit aber verbrochen lieget.“
Anhand überlieferter alter Flurstücksbezeichnungen lässt sich die ungefähre Lage dieser Silbergrube noch heute nachvollziehen.
Auch der Neustädter Pfarrer und Heimatforscher Wilhelm Leberecht Götzinger erwähnt dieses Bergwerk in seinem 1812 erschienenen Werk „Schandau und seine Umgebung oder Beschreibung der sogenannten Sächsischen Schweiz“. Er berichtet von der „Pinge eines sehr alten Bergwerkes“, das auch unter dem Namen „Goldener Peter“ bekannt gewesen sei.
Auf der damals noch vorhandenen Halde fand Götzinger folgende Mineralien und Gesteine: „viel Eisenstein, eine Spießglanzart, eine dem weißgrünen Lepidolith ähnliche Steinart, in Granit eingesprengten grasgrünen Glimmer, welche manche für Uranglimmer halten wollen, und ein dem Opal sehr ähnlicher Quarz.“
Die zu dem Bergwerk gehörige Halde wurde vermutlich bereits frühzeitig eingeebnet, um die Flächen landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich nutzbar zu machen. Heute sind auf der Anhöhe der sogenannten Silbergruben nur noch zwei stark überwachsene Vertiefungen erhalten, die zudem nahezu vollständig mit Abfällen verfüllt sind. Im Zuge der geologischen Landesaufnahme gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden diese Gruben näher untersucht. Damals waren sie noch etwa fünf Meter tief und zeigten anstehenden grobkörnigen Pegmatit. Ob diese Vertiefungen unmittelbar mit dem historischen Bergwerk in Zusammenhang stehen oder ob sie möglicherweise durch späteren Gesteinsabbau entstanden sind, lässt sich heute nicht mehr eindeutig klären.
Einige hundert Meter oberhalb der Silbergruben befindet sich im angrenzenden Hohwald – jedoch noch auf Berthelsdorfer Flur – ein gut erhaltenes Seifenfeld. In diesem Bereich sind die typischen Strukturen des Seifenbergbaus noch deutlich erkennbar. Entlang der heute teilweise trocken gefallenen Bachläufe lassen sich Waschgräben sowie begleitende Haldenzüge klar nachverfolgen. Wer diesen Seifenbergbau betrieben hat, ist nicht urkundlich überliefert. Überlieferungen zufolge sollen sich an dieser Stelle jedoch bis ins 19. Jahrhundert hinein Reste eines Schmelzofens befunden haben. Konkrete Spuren oder bauliche Überreste dieses Ofens sind heute allerdings nicht mehr nachweisbar.